Pfarrei Herz Jesu in Regensburg

Aktuelles

10. Das Ende der Qual – ins Licht fallen

12. Jesus stirbt am Kreuz web

Jesus stirbt am Kreuz – VON SYLVIA VANDERMEER FOTOGRAFIERT 2015 IN ST. SEVERIN, ERFURT

Um zwölf Uhr mittags verfinsterte sich der Himmel über dem ganzen Land. Das dauerte bis um drei Uhr. Gegen drei Uhr schrie Jesus:
„Eli, eli, lema sabachtani?“ – das heißt:
„Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“
Jesus schrie noch einmal mit lauter Stimme. Dann hauchte er den Geist aus.
(Matthäusevangelium 27,45-50)

Eine Frau (Maria) und ein Mann (Johannes)
knien vor Jesus.
Jesus richtet den Blick auf seine Mutter Maria.
Ein letztes Mal schauen sie sich in die Augen.
Kann sie erkennen, dass er noch Liebe in sich hat?

Der goldene Hintergrund scheint zu rotieren –
wie ein Strudel.
Die Gestalt Jesu verschwimmt.
Jesus wird hineingezogen in dieses goldene helle Licht.
Er geht heim zum Vater, um auch uns eine Wohnung zu bereiten.

Der Tod Jesu hat etwas erlösendes.
Die Qual ist zu Ende.
Das gibt den Blick frei, um zu sehen, was sein Leben und sein Sterben bedeuten.

Ein römischer Hauptmann wird vom Evangelisten auserkoren, um das Leben Jesu zusammenzufassen:
„Er war wirklich Gottes Sohn.“

Der Tod ist unausweichlich. So sehr wir uns bemühen, Krankheiten zu heilen.
Wir tun es zurecht. Dennoch werden wir sterben. Behalten wir die Zuversicht:
Wir sterben hinein in den goldenen Lichtglanz Gottes
und werden eins mit ihm, dem Licht der Welt.

9. Der Freiheit beraubt

11. Jesus wird ans Kreuz genagelt web

Jesus wird an das Kreuz genagelt – VON SYLVIA VANDERMEER FOTOGRAFIERT 2015 IN ST. SEVERIN, ERFURT

Dass Jesus mit Nägeln ans Kreuz geschlagen wurde, erschließt sich aus dem Zweifel des Apostel Thomas. „Wenn ich nicht die Male der Nägel an seinen Händen sehe … . (Johannesevangelium 20,25)

Diese Szene ist besonders verstörend. Welche Grausamkeit muss man aufbringen, um einen Nagel durch Gelenke eines Menschen zu schlagen.
Das ist genauso wenig vorstellbar wie die Qualen dieser Prozedur.

Schweigen – Sprachlosigkeit
Schweigen – Sprachlosigkeit
Schweigen – Sprachlosigkeit

Jesus ist jeder menschlichen Freiheit beraubt.
Er kann nicht mehr weg. Es gibt kein Entrinnen.

Diese Brutalität ist zum Glück bei uns selten geworden – doch nicht überall auf der Welt.

Erfahrungen aus unserer Welt:

  • Das ist jetzt nicht mehr zu ändern
  • Querschnittgelähmt.
  • Ans Bett gefesselt.
  • Ertappt und überführt.
  • …..

Was immer ein Mensch erleidet –
er kann sein Leiden im Leiden Jesu wiederfinden.

Er kann es tragen, wie Jesus es getragen hat –
seine Verzweiflung schrie er Gott entgegen.

8. Nackt geboren werden – nackt sterben – die Würde des Menschen

9. Jesus wird seiner Kleider beraubt

Jesus wird seiner Kleider beraubt – VON SYLVIA VANDERMEER FOTOGRAFIERT 2015 IN ST. SEVERIN, ERFURT

Dass man Jesus – wie allen anderen Gekreuzigten – erzählen die Evangelien nur indirekt:

Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider, indem sie das Los über sie warfen. (Matthäusevangelium 27,35)

Eigenartig souverän ist Jesus dargestellt, während die beiden Männer sich offensichtlich abmühen, im die Kleider vom Leib zu zerren.
Jesus schaut zu dem einen der beiden. Was sagt sein Blick?

Nackt wird Jesus am Kreuz sterben – nackt so wie ein Kind geboren wird – so wie es von Adam und Eva heißt, dass sie nackt waren im Garten Eden.

Jesus ist unschuldig.
Er muss sich nicht schämen.
Seine Nacktheit ist keine Blöße.
Was als Entwürdigung geplant ist, kann ihn nicht beschämen.
In ihm ist der Mensch als Abbild Gottes wiederhergestellt:
Der Mensch, der alles von seinem Schöpfer empfängt
und der alles tut und sagt, was er von seinem Vater gehört hat.

Die Henker und Folterknechte ficht das nicht an.
Sie sind gefangen im Denken des Habens.
Sie bereichern sich an dem, den sie zu Tode bringen.

Jesu Würde liegt nicht an seiner Kleidung.
Jesu Würde liegt in seiner Person.
Er bleibt sich und seinem Vater und den Menschen treu.
Diese Würde kann ihm niemand rauben.

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Jeder Mensch ist Gottes Kind –  unendlich geliebt vom Schöpfer des Lebens.

Wir wollen diese Würde achten und schützen. Immer.

7. Weinen und Klagen

8. Jesus begegnet den Frauen web

Jesus begegnet den weinenden Frauen – VON SYLVIA VANDERMEER FOTOGRAFIERT 2015 IN ST. SEVERIN, ERFURT

Als man Jesus zur Hinrichtung führte, folgten ihm viele Menschen. Darunter waren auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich; weint vielmehr über euch und eure Kinder! Es werden Tage kommen Tage, da wird man sagen: Selig die Frauen, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu!
Denn wenn das mit dem grünen Holz geschieht, was wird dann erst mit dem dürren werden?
(Lukasevangelium 23,27-31)

Das grüne Holz ist schwerer zu entzünden.
Jesus, ist im Vergleich zu den Menschen wie das gründe Holz.
Was ihm geschieht, ist gering im Vergleich zu dem, was über die Menschen in Jerusalem kommen wird: Die völlige Zerstörung durch die Römer.

Sie weinen um Jesus und klagen um ihn,
weil er ihnen wertvoll und wichtig ist,
weil ein Mensch, ein Bruder, diese Folter ertragen muss,
weil er sterben wird.

So viele Menschen müssen Leid ertragen und kommen grausam zu Tode, so dass wir um sie weinen und klagen:

Die Tausenden, die an covid 19 erkranken und sterben
Die Zehntausenden, die auf der Flucht im Mittelmeer ertrinken
Die Millionen, die im Krieg getötet werden
Die uns lieben Menschen, die uns fehlen
Die Opfer von Unfällen und Katastrophen
Die verfolgt werden, weil sie anders glauben, denken, sind
…..

Dass uns die Trauer nicht verzweifeln lässt.
Dass wir für die Menschen eintreten und gegen die Gewalt auftreten.
Dass wir die Hoffnung bewahren, weil sie uns Ausdauer verleiht.

Von unserer Kirchenband : Zum Palmsonntag

Auch für den Palmsonntag hat unsere Kirchenband ein Lied aufgenommen.

Herzlichen Dank!

Band

Gebet daheim – am Palmsonntag

Hier geht es zu allen Texten der Liturgie: Schott

Download als pdf Dokument Palmsonntag 2020 LJ A

Zum Lesen auf dem Bildschirm auf das erste Bild klicken und dann jeweils auf den Pfeil klicken und so von einer Seite zur nächsten blättern.

Europäische Solidarität ist gefragt

Ich teile dieses Anliegen und empfehle es:

https://weareinthistogether.eu/petition/european-solidarity-now-in-the-interest-of-all-member-states/

Martin Müller

Wie feiern wir heuer Ostern?

Liebe*r Leser*in dieses Blobbeitrages,

am Palmsonntag, 05.04.2020 beginnt mit dem Gedenken an den Einzug Jesu in Jerusalem die Karwoche.

Viele überlegen, wie Sie trotz der fehlenden Ostergottesdienste die Auferstehung Jesu feiern können.

Wie in der Pfarrei Ostern gefeiert wird, finden Sie hier:
https://herz-jesu-regensburg.de/aktuelles-in-zeiten-von-corona/

Zwar sind keine Gottesdienste in der Kirche – umso wichtiger ist, dass wir alle unsere häuslichen Osterbräuche praktizieren oder vielleicht sogar vertiefen.

  • In der Karwoche bewusst an das Leiden Jesu denken und es bedenken.
    Dazu gibt es diese Möglichkeiten:
    Betrachten des Kreuzweges Jesu oder auch in einer Kirche (tagsüber offen)
    Fasten besonders am Karfreitag
    Gebet daheim
  • Österliche Dekoration der Wohnung.
  • S03-1Österliche Bräuche: Palmbuschen, Ostereier, Osternest, besondere Speisen, die nach Familientradition zu Ostern gehören,
    das Verzehren der „Geweihten Speisen“
  • In der Kirche werden ab Gründonnerstag selbstgebastelte Osterkerzen stehen, die Sie mitnehmen können.
    Wir bitten um eine freiwillige Spende in den Opferstock für das Krankenhaus in Litembo. Informationen dazu finden Sie hier: https://herz-jesu-regensburg.de/arbeitskreis-mission-entwicklung-frieden/
  • Hinweisen möchte ich auch auf die vielen Angebote von Gottesdiensten, die per Videostreaming übertragen werden. Zum Beispiel https://vimeo.com/402624249

Selbstverständlich stehe ich als Seelsorger nicht nur durch diese Nachrichten und die Anregungen auf der Homepage für Sie bereit.

Ich freue mich, wenn Sie mich direkt anrufen – einfach zum Gedanken- und Erfahrungsaustausch.
Erst recht, wenn Sie über Ihren Glauben sprechen möchten oder über ihre persönliche Situation.
Umso mehr bin ich für Sie da, wenn Sie sich in einer „Notlage“ befinden würden.

Telefon: 0941 29 86 94 0

Hinweisen möchte ich nochmals auf das Einkaufsangebot für Menschen, die in dieser Zeit lieber nicht in Geschäfte gehen sollen
oder für Menschen, die unter Quarantäne stehen und niemanden wissen, der für sie Einkaufen würde.

Ich wünsche Ihnen gute Gesundheit und eine gesegnete Karwoche

Bis bald,  Ihr Pfarrer Martin Müller

6. Ausgeglitten und zu Fall gebracht

7. Jesus fällt zum zweiten Mal web

Jesus fällt zum 2. Mal unter dem Kreuz – VON SYLVIA VANDERMEER FOTOGRAFIERT 2015 IN ST. SEVERIN, ERFURt

Kein Evangelium erzählt etwas von einem Sturz Jesu. Die einfühlende Vorstellung hat die Idee erzeugt, Jesus müsste ein paar Mal gestürzt sein auf diesem Weg.

Jesus versucht Halt zu finden und wieder in die Höhe zu kommen. Surreal wirkt in dieser Lage die Bedrohung mit Schlagstock und Revolver:
Es ist sinnlos, jemanden auf dem Weg zu seiner Hinrichtung mit dem Tod zu bedrohen.

Im Hintergrund stehen  10 Menschen, die auf ganz verschiedene Weise reagieren: Notizen machen, wegsehen, in die Szene schreien ….

Was hat Jesus zu Fall gebracht?
Nicht nur seine körperliche Schwäche.
Er ist ausgeglitten auf dem, was auf dem Boden liegt:
Papiere, Unrat, Müll, Geldscheine, Verträge,

Das ganz normale Leben der Menschen bringt Jesus zu Fall: Die Hinterlist, die Angst, die Schwäche, die Berechnung, das Erfolgsstreben, die Schaulust und Sensationsgier ….

Wer nicht mitmacht, wer sich auf die Seite derer stellt, die an den Rand gedrängt werden, wird selbst zum Opfer.

Ich bin dankbar, dass Jesus stark geblieben ist.
Ich bin froh, dass Jesus seinen Weg gegangen ist.
Er hat die Ausgeschlossenen angenommen.
Er hat die Verurteilten freigesprochen.
Er hat die Verlorenen gefunden.
Er hat die Geschlagenen aufgerichtet.
Er hat die am Rand in die Mitte gestellt.
Er war anders und machte es anders.

Danke

5. Licht der Mitmenschlichkeit

6. Veronika reicht Jesus das Schweißtuch web

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch – VON SYLVIA VANDERMEER FOTOGRAFIERT 2015 IN ST. SEVERIN, ERFURT

Auch diese Station des traditionellen Kreuzwegs ist in den Leidensgeschichten der vier Evangelien nicht enthalten.

Wieder sehen wir das Gesicht und die Augen Jesu nicht.
Sie bleiben verborgen und es bleibt verborgen, wie sein Zustand ist:
sein seelischer Zustand.
Denn unserer Erfahrung nach, kann man in den Augen lesen, wie es um einen Menschen steht: Hoffnung, Freude, Verzweiflung, Verachtung, Liebe – die Augen erzählen viel.

Die Frau reicht Jesus ein Tuch, um ihm Blut und Schweiß aus dem Gesicht zu wischen. Jeder weiß, wie wohltuend es ist, den brennenden Schweiß abzutrocknen. Es ist eine einfache mitfühlende Handlung – und doch so wertvoll.

Die Augen der Frau sind weit geöffnet – ich stelle mir vor, dass sie überrascht ist und mehr empfängt, als sie gibt.
Es fällt auch von Jesus her Licht in ihr Gesicht.
Was sie für ihn tut, gehört zu ihrem Schatz – bis in Ewigkeit.
Deshalb sagt die Legende, dass das Antlitz Jesu für immer auf dem Tuch sichtbar ist.

Diese kleine Szene der Mitmenschlichkeit findet Raum im Szenario der Gewalt.
Der Stock ist bereit zum Schlag.
Aber der andere der beiden blickt überrascht und ein wenig gerührt
auf die Frau mit dem Tuch.

Wenn überall Gier und Geiz herrscht – dennoch teilen.
Wenn Gewalt und Rohheit dominiert – dennoch mitfühlen.
Wenn dumpfe Gleichgültigkeit sich ausbreitet – dennoch handeln.
Wenn Gott überflüssig erscheint – dennoch auf ihn hören.
Wenn Mit-Menschlichkeit verloren geht – menschlich bleiben.

Jesus, Herr, gib mir dazu Kraft.